Zürich, Schweiz

Schweiz

Zürich
Ankunft in Zürich

Nach meinem Kurzentschluss eine kleine verträumte, französische Insel mit der Schweiz zu tauschen damit ich zum einen mein Reisegeld etwas aufbessern kann und zum anderen wieder mehr in der Nähe meiner Familie zu sein, bin ich am 01.November.2014 in der Schweiz angekommen.

Außer einmal für 10 Minuten über die Grenze gefahren zu sein, war Ich zuvor noch nie in meinem Leben in der Schweiz.
Mein Bruder hatte mir vor vielen Jahren (als Ich noch in Buenos Aires gelebt habe) immer wieder vorgeschlagen, für einige Monate in die Schweiz zu gehen, um mir etwas Geld anzusparen. Und obwohl ich wusste das man dort wohl viel verdient, war es für mich einfach nicht der Zeitpunkt gewesen. Aber der war nun doch gekommen.

Vorurteile wie die Schweizer können Deutsche nicht ausstehen, kann ich nicht bestätigen. Jedoch kann Ich mir sehr gut vorstellen, dass es viele gibt die etwas genervt sind von all den vielen Ausländern die dort Leben. Dies war für mich auch vorher immer ein Grund gewesen ist, warum ich nicht in die Schweiz wollte, und daher vorher erstmal nach Österreich gegangen bin um Geld zu verdienen.

Als ich nun nach meinen sonnigen Monaten in Lateinamerika ins kalte Europa zurück reiste, bin ich anfangs immer noch zwischen Konstanz- wo mein Bruder lebt und Zürich gependelt.

Ich hatte mir zuvor reichlich überlegt wo Ich in die Schweiz gehen sollte. Und da ich leider immer noch kaum ein Wort französisch spreche und mein Italienisch nicht so gut ist, entschied ich mich in den deutschen Teil der Schweiz zu gehen. Und so viel meine Wahl auf Zürich, da es nur eine Stunde von Konstanz entfernt liegt. Mein Plan war: Job finden in der Gastronomie, Zimmer suchen, einige Monate arbeiten gehen und weiter reisen.

Nach einigen Tagen des pendelns entschied Ich mich in Zürich zu bleiben, mit dem Wissen das die erste Zeit sehr teuer für mich wird. Dabei hatte ich nur mein Rucksack und das nötigste was ich erstmal brauchte. Den Rest ließ ich bei meinem Bruder.

Da ich nicht mit sehr viel Geld in die Schweiz kam (ca. 400 Euro) versuchte ich zu sparen wo es ging- wenigstens so lange ich keinen Job hatte. Denn jeder der schon einmal in der Schweiz bzw. in Zürich war, weiß das es unglaublich teuer ist für Ausländer. Wenn du dann erstmal dort einen Job hast, ist es was ganz anderes.

Aber gut, ich wusste worauf ich mich einlasse und das ich in einer der teuersten Städte der Welt ziehen würde.

Meine aller erste Nacht in der Schweiz habe ich am Flughafen verbracht! Leider nicht so bequem wie ich es mir erhofft habe schlief ich halb sitzend, halb liegend auf einer Bank mitten auf dem Terminal!
Es gibt eine Seite www.sleepinginairports.net die viele verschiedene Flughäfen vorstellt bei denen man- wenn man mal sehr knapp bei Kasse ist- übernachtet. Der Flughafen von Zürich galt eigentlich zu einem der besten Flughäfen für’s „Übernächtigen“ aber diese Erfahrung konnte ich leider nicht machen.
Sicher ich hätte mir auch einfach ein Hostelzimmer suchen können aber bei 37 CHF (knapp 37 Euro) überlegt man es sich doch 2 mal. Zudem wollte ich einfach mal die Erfahrung machen =). Und ich kann nicht sagen das es das letzte Mal gewesen ist.

Nach dieser unbequemen Nacht entschied ich mich dann „gezwungenermaßen“ dazu mir ein Hostel zu suchen für die nächsten Tage, um irgendwie Fuß fassen zu können.
In den nächsten Tagen habe ich dann mit Hochdruck nach einem Job und einem Zimmer gesucht. Und ehrlich gesagt ging es wenigstens mit dem Job sehr schnell. Nach gerade mal fast einer Woche hatte ich eine Zusage als Servicemitarbeiter in einem neuen Restaurant bekommen.

Was mir dann nur noch fehlte war das Zimmer. Sicher, ich hätte sofort etwas finden können, aber dafür müsste ich dann auch schon 800-1200 CHF durchschnittlich in die Tasche greifen müssen, und da ich sparen wollte blieb ich stur und suchte weiter nach einem“preisgünstigen“ Zimmer.                             Ich bin fast verzweifelt!

Nach 5 Tagen in dem Hostel brauche ich erstmal eine Übergangslösung, ansonsten wäre Ich bei diesen Preisen da noch pleite gegangen.

So habe ich mir über Couchsurfing ein Zimmer gesucht welches ich mir für einige Tage gemietet habe. Bei CS sind die Übernachtungen umsonst, aber da ich ja nicht eine oder zwei sondern viele mehr Tage übernachten musste habe ich für das Zimmer gezahlt. Auch weil die Frau das Zimmer eigentlich über AirB&B anbietet.
Danach habe ich wieder über CS ein anderes Zimmer gefunden wo ich eine Woche war. Allerdings nicht direkt in Zürich sondern in einer Nachbarstadt.

Da ich in dieser Zeit aber schon mit meiner neuen Arbeit angefangen habe und diese bis meist 02:00 Uhr nachts ging, hab ich mir schnell ein billiges Fahrrad zugelegt damit ich dann auch wieder nach Hause kommen kann, da um diese Uhrzeit keine Busse oder Trams gefahren sind. Zudem lieeeebe ich es mit dem Fahrrad zu fahren =).
Nach vielen Suchen hab ich dann aber endlich ein sehr günstiges Zimmer gefunden, welches ganz in der Nähe meiner Arbeit war. Also um eine Vorstellung zu bekommen, was in der Schweiz, vor allem in Zürich, als ein wirklich günstiges Zimmer zu bezeichnen ist, war dieses extrem schöne Zimmer für das Ich ca. 430 CHF / Monat bezahlt habe.

Zürich

Es war super von der Lage her, da ich so dann nicht mehr 50 Minuten sondern 15 Minuten mit dem Fahrrad gefahren bin. Dort blieb ich dann für die nächsten drei Monate und zog dann für die restliche Zeit  ( ca. 6 Monate) in ein anderes Zimmer, welches aber auch sehr günstig und ziemlich zentral war.

Der Anfang in Zürich war wirklich nicht einfach. Aber mein Dickkopf hat sich durchgesetzt und ich habe wirklich versucht an allen Ecken und Kanten zu sparen. Und da wurde ich dann auch mal wieder zu einer kleinen workerholikerin. Ich habe wirklich gearbeitet, gearbeitet, gearbeitet. Aber es war gut! Ich hatte sehr viel Spaß an meiner Arbeit gehabt, hatte super Kollegen und Chefs und habe sehr viele tolle Leute kennen gelernt.
Ich hatte eigentlich vor nur 3–4 Monate zu bleiben, vielleicht bis März oder April und dann weiter zu reisen. Aber irgendwie hat sich das dann alles doch immer weiter aufgeschoben; so das Ich dann bis mitte August geblieben bin.

Zürich
Die kleine Lauren und ich

Einerseits weil ich als einen von meinen vielen Jobs auf ein kleines zuckersüßes Mädchen aufgepasst habe, und dessen Eltern es wichtig war, dass ich mindestens ein halbes Jahr bleibe, andererseits, weil Ich dort jemand auch kennen gelernt habe. Aber es sollte nicht sein.

Nach über 9 Monaten die Ich dort lebte, kann ich nicht wirklich sagen das Ich Zürich gut kenne, aber ich kann definitiv sagen- was ich vorher eigentlich auch schon wusste, das ich dort niemals auf Dauer leben könnte. 9 Monate überhaupt an einem Ort- außer in Buenos Aires- war für mich ja schon viel gewesen :)

Da Zürich eine sehr teure Stadt ist, ist dort die High Society sehr vertreten. Eine Mischung aus selfmade Millionäre, Möchtegern-Millionäre und“Sugar Babes“. Als diese bezeichnet man Frauen die nur auf der Suche nach wohlhabende Männer sind. Da viele meiner Gäste aus der High Society kamen, Ich habe es nur zu oft gesehen, wie sich die Frauen extrem aufgestylt in die Bar setzen und auf einem Mann warteten…. schon traurig irgendwie. Dennoch waren viele der Leute ob reich oder nicht super nett und easy-going drauf.

Zürich

Sicherlich gab es auch immer wieder einige „Spezialfälle“ die mich, vor allem auf der Arbeit, auf die Palme bringen konnten. Alle die in der Gastro schon einmal gearbeitet haben, wissen das es immer wieder solche Gäste gibt die einfach „schwieriger“ sind, und wenn es dann noch champangerschlürfende Sugar Babe-Ehefrauen sind, denen jeglicher Respekt vor anderen „normalos“ verloren gegangen ist,…..muss man schon einmal tiiiiief durchatmen. Ich habe schon in vielen Ländern und Städten in der Gastro gearbeitet, aber in keinem anderen als in der Schweiz kamen mir einige Gäste so respektlos gegenüber. Aber ich muss dazusagen, das es auch darauf ankam wo Ich gearbeitet habe. Da meine erste Arbeitsstelle direkt am Bellevue war (ein zentraler Platz, im Herzen von Zürich) und es wohl einer der teuersten Bar-Cafés von Zürich war, kamen dort halt viele hin die Geld hatten. Da ich nach einigen Monaten dann in einem anderen Restaurant an den Wochenenden beim Brunch ausgeholfen habe, hat sich mir ein komplett anderes Bild der Gäste gezeigt- dort waren aber wirklich alle vertreten. Ob reich oder arm, alt oder jung, bekannt oder die Oma von nebenan. Aber fast alle der Gäste waren extrem gut drauf.

Was ich aber sehr an Zürich geliebt habe und was mich auch gleich immer wieder an London erinnert hat, war das diese Stadt sehr international ist. Einerseits was seine Bevölkerung angeht, welche überwiegend aus Ausländern besteht, andererseits war es, wenn man durch die Stadt geht. Durch die berühmte Bahnhofsstraße zum Zürisee, oder am Limat entlang spaziert, überall sah man Menschen mit den unterschiedlichsten Hautfarben und  hörte die verschiedensten Sprachen . Sei es Englisch oder Italienisch, Spanisch, Arabisch oder Ungarisch. So viel verschiedene Sprachen wie dort habe Ich schon lange nicht mehr gehört. Selbst viele von meinen Gästen haben in einem Moment miteinander Deutsch geredet und in anderen Moment Englisch. Und da war es egal ob Sie Schweizer, Engländer, Araber oder Portugiesen waren.

Was mir dennoch nach einiger Zeit sehr gefehlt hat, war die Herausforderung.
Ich konnte die Sprache, hatte eine gute Arbeit, auch endlich ein Platz zum schlafen bla bla bla. Aber halt keine Herausforderung mehr.

Ich habe mittlerweile schon in sehr vielen Ländern gewohnt, und -egal in welchem-am Anfang ist es immer eine Herausforderung sich dem neuen Land, der Kultur und meist auch der Sprache anzupassen. Aber nach einigen Monaten kommt dann immer der Alltag. Die Routine. Und mit der habe ich mich noch nicht so wirklich angefreundet. Zudem habe ich mir in diesen neun Monaten genug Geld angespart. Ich hätte auch noch länger bleiben können und noch mehr ansparen. Aber das war es mir nicht wert.
Geld ist nicht alles im Leben.
Und ich hatte mir erstmal genug zusammen gespart, dass ich meine nächsten Reisen davon finanzieren konnte.

Am 24.08.2015 war es nun soweit. Und ich verließ nach vielen vielen Monaten die Schweiz, verließ neu gewonnene Freunde, verließ die Sicherheit und eine gute Arbeitsstelle.
Einfach um wieder das Neue, das Unentdeckte, und das Fremde zu entdecken.

Die Welt ist viel zu gross und ich bin viel zu jung, als das ich jetzt schon irgendwo sesshaft werde.

Ich hatte eine wundervolle Zeit gehabt in Zürich, super tolle Menschen kennen und lieben gelernt.

Und eines Tages komme Ich wieder…

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