Spanien

Als ich dann nun schon zum 2. mal innerhalb eines Jahres aus dem Ausland nach Hause geschickt wurde, entschied ich mich dennoch nach Spanien zu gehen um endlich mein Spanisch aufzubessern, wäre da nicht eine von unsere Gemeinde aus organisierten Teeniefreizeit gewesen.

Ich glaube zum 8 mal in Folge fuhren wir, rund 40 Jugendliche aus mehreren Städten los um im schönen Dänemark 2 Wochen voller Lobpreis, christlicher Gemeinschaft und natürlich viel Spaß zu verbringen.

In dieser Zeit stellte ich Gott eine entscheidende Frage: Gott, was willst du eigentlich was ich machen soll.. Gehe ich nach Spanien als Au pair oder versuche ich es doch noch ein letztes mal mein Abitur zu machen Ich war zu diesem Zeitpunkt 18 Jahre alt gewesen, so ziemlich die letzte Altersschicht um in die 11. Klasse zu gehen.

Wenig später wusste ich was zu tun war und so bewarb ich mich in den letzten 2 Wochen der Sommerferien von Uelzen bis nach Hamburg an jeglichen Schulen. Jedoch mit wenig Erfolg, da die meisten Klassen schon voll waren. Letzten Endes hatte ich nun die Wahl auf ein technisches Gymnasium zu gehen oder einer Gesamtschule, welche in einer anderen Stadt lag.

Technik war für mich noch nie wirklich ein Freund gewesen und der Gesamtschule sagte man einen schlechten Ruf voraus, zudem müsste ich dort Latein lernen. Ich liiiiiebe ja Sprachen, aber Latein???. Tot… Nein Danke. Dennoch hielt mich der Gedanke davon ab, mich in den nächsten 3 Jahren mit Technik beschäftigen zu müssen und so sagte ich der Gesamtschule zu.

Mit etwas Bammel und ein flaues Gefühl im Bauch betrat Ich meine neue Schulklasse, mit der großen Hoffnung dieses mal nettere Klassenkameraden zu haben.

Nett war in diesem Fall eine Untertreibung. Ich hatte noch nie in meinem Leben eine bessere Klasse gehabt wie diese. Nicht nur das Ich dort zwei meiner besten Freundinnen kennen lernte, sondern auch das es einen sehr guten Klassenhalt gab wie ich ihn zuvor und auch danach nie erlebte habe.

Aber ich wäre nicht ich, wenn ich nicht schon nach kürzester Zeit ein großes Fernweh bekommen hätte. So entschloss ich mich in den folgenden Sommerferien für 7 Wochen endlich nach Spanien zu gehen. Über meinen Vater kam ich an eine Adresse wo ich in einer christlichen Community einige Wochen leben konnte. Wie das alles funktionieren sollte war mir am Anfang noch ein Rätsel Ich konnte mir anfangs nichts richtiges darunter vorstellen wie so viele Leute alle zusammen in einer Gemeinschaft leben würden. Und das waren immerhin ca. 50 Leute.

Im Prinzip war jeder in eine bestimmte Gruppe eingeteilt, die jede Woche verschiedene Aufgaben übernommen haben. Sei es Küchenarbeit, auf dem Feld arbeiten, sauber machen, etc. Geld gab es für die Arbeit nicht, dafür aber ein Platz zum Schlafen und Essen. Es war wirklich interessant die Menschen dort kenne zu lernen die dort lebten. Einige waren schon seit Jahren dort, andere nur für kurze Zeit so wie ich. Und jeder einzelne hatte seine ganz eigene Vergangenheit.
Es waren nicht wenige, die früher auf einer schiefen Bahn waren und mit Drogen, Alkohol oder auch Selbstmordgedanken im Kontakt waren. Aber hier auf der Finca, konnten Sie sich ein neues Leben aufbauen.

Die Finca an sich hat sich dadurch finanziert das Sie eigenes Gemüse angebaut haben und dieses verkauften. Zudem bekamen Sie Essen und Trinken per Laster von den Supermärkten geschenkt!. All dies waren Produkte die schon abgelaufen waren und somit nicht mehr in den Verkauf gehen durften, aber noch wunderbar geschmeckt haben. Und ich kann euch sagen, manchmal bekamen wir palettenweise Roche oder andere Leckereien vor die Haustür geliefert. Ein Traum!

 

Nach 5 Wochen voller neuer Erfahrungen die ich dort gesammelt habe, machte ich mich mit dem Rucksack auf den Weg in eine der schönsten Stadt der Welt. Servilla.

Ohne überhaupt zu wissen ob Ich dort ein Schlafplatz haben würde, stieg ich in den Bus ein und fuhr durch die wunderschöne Landschaft von Andalusien. Ein Bekannter der aus Servilla kam, hatte mir gesagt er würde versuchen eine Freundin von ihn zu fragen die in dort wohnt ob Ich bei ihr bleiben könne für einige Tage. Auf dem Weg nach Servilla hat er mir dann Bescheid gegeben das Ich zu Ihr könne. So kam ich in dieser wunderschönen Stadt mit ca 40 Grad Hitze an und blieb einige Tage dort.

Einige Wochen zuvor hatte mich ein Ehepaar aus Granada für ein Wochenende nach Granada eingeladen. So konnte ich Stück für Stück einige wunderschöne Städte Spaniens kennenlernen.

Nachdem Ich eine wundervolle Zeit in Servilla und Granada verbracht habe fuhr ich mit dem Bus an Spaniens „Costa del Sol“ und besuchte eine kleine Ortschaft namens Torre del mar.

So einen richtigen Plan wo Ich genau hin wollte hatte Ich nicht. Einfach los fahren und schauen wohin der Weg führt. – Wie es auch meistens bei mir ist.

Da Ich das mit dem Geld irgendwie nicht so schlau geplant hatte und recht wenig noch dabei hatte, kam es auch mal vor das ich einfach am Strand geschlafen habe. Also genau zu sein war es einmal. Eine interessante Erfahrung. Aber auch wenn es in Spanien im Sommer extrem heiß werden kann, diese Nacht war extrem kalt! *brrr*

 

Am nächsten Tag setzte ich mein Weg fort und fuhr nach Torremolimos, eine Stadt in der ich zuvor schon einmal war, als mich mein Vater so ganz spontan ohne Ankündigung in Antequerra besucht hatte. Er hat in Torremolimos Freunde und wir haben Sie dort besucht. Ich hatte versucht Sie zu kontaktieren um zu Fragen ob ich ein oder zwei Tage bei Ihnen bleiben könne. Nun, an die Adresse konnte ich mich noch erinnern, nur leider waren Sie genau an diesem Abend nicht da. Und so „schlief“ ich nach meiner kalten Nacht am Strand, auf einer sehr ungemütlichen Treppe im Wohngebäude der Freunde meines Vaters.

Eine Nacht im Treppenhaus
Eine Nacht im Treppenhaus

Am nächsten Tag voller Muskelskater und einer im wahrsten Sinne des Wortes harter Nacht, durchstreifte ich die Stadt um mir etwas zu essen zu kaufen, als der rettende Anruf meines Papas kam. Er Sagte mir Ich solle mit der Bahn nach Fuengirola fahren und das mich dort dann ein Freund von ihm abholen würde. Ich könne dort solange bleiben bis ich wieder nach Deutschland fliegen würde. Voller Erleichterung und nach einigen anstrengenden aber auch interessanten Tagen fuhr ich also los und blieb bei dem Freund und dessen Familie bis ich wieder zurück flog.

Im Großen und Ganzen war es definitiv eine interessante Erfahrung und es hat mich reichlich gelehrt wie ich zukünftig meine Reisen planen würde ;)

 

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